Spielplan

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La sonnambula

Vincenzo Bellini 1801-1835

Melodramma in zwei Akten
Text von Felice Romani nach dem Libretto von Eugène Scribe zu der Ballett-Pantomime La Somnambule ou L’Arrivée d’un nouveau seigneur (1827) von Jean-Pierre Aumer
Uraufführung am 6. März 1831, Teatro Carcano, Mailand

Premiere vom 30. November 2014

In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln
Einführung jeweils eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung im Holzfoyer

Musikalische Leitung Eun Sun Kim
Amina Brenda Rae
Elvino Ioan Hotea
Rodolfo Kihwan Sim
Lisa Elizabeth Sutphen*
Teresa Katharina Magiera
Alessio Thesele Kemane*
Ein Notar Jaeil Kim*

*Mitglied des Opernstudios

(…) Prasselnder Szenenapplaus, Bravos und Jubel ohne Ende, spontane Standing Ovation für eine bravourös-glanzvolle Aufführung wie sie nördlich der Alpen wohl kaum zu finden ist. Mit Sicherheit werde ich zum Wiederholungs-Täter – ein absolutes MUSS für Belcanto-Freunde!

Gerhard Hoffmann, www.der-neue-merker.eu


(…) Sie erntete wahre Beifallstürme – und das zu Recht. Die amerikanische Sopranistin Brenda Rae, von 2008 bis 2017 mit jeder weiteren Rolle höher aufsteigender Stern am Frankfurter Opernfirmament, wiederholte jetzt mit scheinbarer Leichtigkeit ihren überragenden Erfolg vom Premierenabend der Erstaufführung im November 2014. Drei Jahre hatten die Belcanto-Fans warten müssen, bis Brenda Rae – diesmal als hoher Gast – das Nachtgewand der Schlafwandlerin wieder anzog und in der hintergründig humorvollen Inszenierung von Tina Lanik erneut auf dem Dachfirst wandelte. Ihre zirzensisch raffinierte, immer aber ganz und gar glaubwürdige Amina war und bleibt eine wahre Wucht.
(…) Das Publikum spendete langen Szenenapplaus, zeigte mit „Brava“- und „Bravi“-Rufen seine Begeisterung und erhob sich am Ende im Parkett von den Sitzen.

Bettina Boyens, Frankfurter Neue Presse

Als »Belcanto« wird ein ganzer musikhistorischer Zeitraum bezeichnet – die Hochphase der italienischen Oper vom Beginn bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Und La sonnambula mit seiner großen Chorpartie ist eines ihrer Hauptwerke, eine Opera semiseria von Vincenzo Bellini, der mit seinem Fokus auf der Melodie und durch besonderen Textbezug eine Neuausrichtung in der italienischen Oper nach Rossini erreichte. La sonnambula erzählt die Geschichte des schlafwandelnden Waisenmädchens Amina, das als Braut Elvinos eines Nachts im Zimmer des geheimnisvollen Fremden Rodolfo auftaucht und damit das Misstrauen und den Unmut eines ganzen Schweizer Bergdorfes auf sich zieht. Sämtliche Figuren bewegen sich mit ihren Überzeugungen und verborgenen Wünschen auf dem schwankenden Boden des Bühnenbildes von Herbert Murauer, welches wie die zeitgenössischen Kostüme von Stefan Hageneier auf Schnee und Kälte der Bergwelt, und zugleich auf eine große soziale Kälte verweist. Dabei richtet die Inszenierung von Tina Lanik ihre Aufmerksamkeit auf jene Ängste, die in den Figuren schlummern. Amina durchlebt aus ihrem anfänglichen Taumeln heraus in der Konfrontation mit ihrer eigenen Unsicherheit einen Erkenntnisprozess, der sie im Aufwachen wachsen lässt.